Es gibt einen Moment am Tisch, bevor das Menü bestellt ist, bevor der erste Gang kommt, bevor der Abend wirklich begonnen hat — und in diesem Moment erscheint ein Glas. Kühl, prickelnd, blassgelb. Man hebt es an, schaut einander an, und sagt irgendwas, das klingt wie ein Versprechen. Das ist der Brindisi. Das ist der Anstoß. Und meistens ist es Prosecco.
Nicht weil Prosecco einer der besten Schaumwein der Welt ist — das ist eine andere Frage mit einer anderen Antwort. Sondern weil er für diesen Moment gemacht ist: leicht, einladend, ohne Anlass zu verlangen. Man trinkt Champagner zu Jubiläen. Prosecco trinkt man einfach so — weil der Abend begonnen hat und das Grund genug ist.
Prosecco · Ristorante Classico Erfurt
Beginnen Sie Ihren Abend mit einem Glas — bei uns am Tisch, täglich ab 11:00 Uhr.
Jetzt reservieren →Warum wir mit Prosecco beginnen
In Italien beginnt kein guter Abend mit dem Essen. Er beginnt mit einem Glas — und dieses Glas ist fast immer ein Schaumwein. Prosecco, Franciacorta, manchmal Lambrusco. Die Funktion ist dieselbe: den Abend eröffnen, den Magen wecken, den Übergang markieren zwischen dem, was vorher war, und dem, was kommt.
Wir beginnen im Classico gern mit Prosecco, weil er das kann, was ein gutes erstes Glas können muss: er nimmt nichts vorweg. Er ist kein Statement, keine Ansage, kein Versprechen auf einen bestimmten Abend. Er ist eine Einladung. Kommen Sie rein. Setzen Sie sich. Der Abend gehört Ihnen.
„Prosecco ist kein Kompromiss. Er ist eine Entscheidung — die Entscheidung, den Abend leicht zu beginnen."
Woher er kommt — und warum das zählt
Prosecco DOC kommt aus dem Veneto und Friaul-Julisch Venetien — einem breiten Gebiet mit unterschiedlicher Qualität. Was die meisten Menschen kennen, ist DOC: der Standard, zugänglich, oft dünn. Was wenige kennen, ist Prosecco Superiore DOCG — aus den Hügeln von Conegliano-Valdobbiadene, seit 2019 UNESCO-Welterbe.
Diese Hügel sind steil, handwirtschaftlich bearbeitet, fast nicht mechanisierbar. Jede Lage hat ihre Eigenheit — mehr Mineralität hier, mehr Frucht dort, ein anderes Spiel zwischen Säure und Restsüße. Das DOCG-Gebiet produziert einen Bruchteil der weltweiten Prosecco-Menge, aber einen unverhältnismäßig großen Teil der ernsthaften Qualität. Der Unterschied zum DOC-Standard ist nicht subtil: er ist im Glas sofort spürbar.
Wer Prosecco bisher als leichte Massenware abgehakt hat, sollte einmal einen Valdobbiadene Superiore di Cartizze probieren — dem berühmtesten Einzellagen-Prosecco, aus einem Hang von 107 Hektar, der zu den teuersten Weinbergslagen Italiens gehört. Das ist kein Partysekt. Das ist ein ernster Wein in einem leichten Kleid.
Das erste Glas — Ristorante Classico, Brühler Straße 60, Erfurt.
Prosecco oder Champagner — die ehrliche Antwort
Der Vergleich kommt immer. Er ist verständlich und etwas unfair — als würde man Espresso mit Filterkaffee vergleichen: beides ist Kaffee, aber sie sind für verschiedene Momente gemacht.
Champagner ist aufwendig. Er entsteht durch eine zweite Gärung in der Flasche, reift auf der Hefe, entwickelt Tiefe und Komplexität über Jahre. Das Ergebnis ist ein Wein mit Gewicht — cremig, brotiger Hefe, oft mineralisch und lang. Er verlangt Aufmerksamkeit, und er verdient sie. Champagner ist für Momente, bei denen man innehalten will.
Prosecco entsteht im Tank — schneller, frischer, zugänglicher. Er verliert nichts, was er nicht haben sollte: kein Hefegewicht, keine Komplexität, die ablenkt. Er hat Frucht, Prickeln, Leichtigkeit. Er ist für Momente, in denen man loslassen will — nicht innehalten. Beide haben ihren Platz. Sie teilen ihn nicht.
- Champagner — Flaschengärung, Hefereife, komplex; für besondere Momente, die Gewicht verdienen
- Franciacorta — Italiens Antwort auf Champagner, aus der Lombardei; ernsthafter, weniger bekannt, oft besser als sein Ruf
- Prosecco DOC — Tankgärung, fruchtig, zugänglich; der Standard, der für die meisten Anlässe ausreicht
- Prosecco Superiore DOCG — aus Conegliano- Valdobbiadene; anderes Niveau, anderer Preis, lohnt sich
Was ein guter Prosecco kann und was nicht
Ein guter Prosecco kann: den Magen öffnen, den Gaumen reinigen, einen Raum leichter machen, ein Gespräch beginnen. Er kann zu leichten Antipasti getrunken werden — Carpaccio, Bruschetta, marinierte Meeresfrüchte — und er überlebt sogar eine einfache Pizza, wenn beides gut ist.
Was er nicht kann: mit kräftigem Essen mithalten. Neben einem Tagliata vom Rind oder einem Ragù alla Bolognese verschwindet er. Er ist kein Begleiter für den Hauptgang — er ist der Auftakt, die Pause, der Abschluss mit dem Sorbet. Der Moment, in dem man noch nichts bestellt hat, oder der Moment, in dem man fertig ist und noch ein letztes Glas möchte, bevor man geht.
Extra Dry ist entgegen seinem Namen leicht süßer als Brut — das ist die historische Bezeichnung, die heute verwirrt. Wer Trockenheit will, bestellt Brut oder Extra Brut. Wer etwas gefälligeres will, das die meisten mögen, bestellt Extra Dry. Das ist kein Fehler — es ist eine Geschmacksentscheidung.
Der Brindisi — das Glas als Geste
Brindisi ist das italienische Wort für Anstoßen — und es kommt, wie viele schöne Dinge, aus einer Geschichte, die wahrscheinlich nicht stimmt: Man sagt, es leite sich vom Hafen Brindisi in Apulien ab, wo Reisende den Abschiedstoast auf ihre Weiterfahrt tranken. Stimmt das? Vielleicht nicht. Macht es etwas? Gar nichts.
Der Anstoß ist eine Geste, die älter ist als jede Erklärung. Man hebt das Glas, man schaut einander an — das ist wichtig, nicht wegschauen — und man sagt etwas. Salute. Cin cin. Prost. Was man sagt, ist weniger wichtig als das Innehalten, das damit verbunden ist: der kurze Moment, in dem alle dasselbe tun, bevor jeder wieder seinen eigenen Abend hat.
Im Classico fangen gute Abende fast immer mit diesem Moment an. Das Glas kommt, man schaut einander an, man trinkt. Danach ist der Abend eröffnet — und alles, was noch kommt, kommt von dort.